Fernreise-Trends:

Fernweh für Fortgeschrittene

Fernweh für Fortgeschrittene

Fernreise-Trends

von Tinga Horny

Heute lockt die weite Welt: Noch nie hatten Reisende so viele Möglichkeiten, die Erde zu entdecken. Wir nennen die beliebtesten Trendländer und Reiseformen. 

Im Wohnmobil auf der Route 66 Amerika entdecken. Mit einem Führer durch Kubas unberührte Natur wandern und danach am Strand die Seele baumeln lassen. Singapurs kulinarische Geheimnisse lüften und dann weiter mit dem Schiff Richtung Myanmar reisen. Das sind nur drei von zahlreichen aktuellen Fernreise-Ideen. Urlaubern mit akutem Fernweh bieten sich heutzutage kaum noch Grenzen.


Was die Veranstalter bereits in den vergangenen Jahren registrierten, setzt sich Experten zufolge immer noch fort: Exotik boomt. „Auch langfristig sehen wir ein leichtes Wachstumspotenzial“, prognostiziert Philipp Wagner von der Forschungsgemeinschaft, „falls sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich verändern.“

Warum es so viele Deutsche in die Ferne zieht, darüber denkt die Tourismusforscherin Kristiane Klemm an der Freien Universität Berlin seit vielen Jahren nach. Ihr zufolge verbindet alle Reisenden ein Grundmotiv: die Differenzerfahrung. „Den eigenen Körper bei der Bergwanderung wieder intensiver spüren, beim Fallschirmsprung den Kitzel des Abenteuers erleben, die Schönheit unberührter Natur in sich aufsaugen oder die Energie eines Eingeborenenrituals auf sich wirken lassen – all das steht in starkem Kontrast zur täglichen Routine in der Heimat. Im Rausch dieser halbrealen Traumblase ‚Reise‘ fühlen wir uns frei und glücklich“, so beschreibt sie die Sehnsucht, warum wir reisen. Als sichere Gewinner unter den Fernzielen hat der Deutsche Reiseverband drei Regionen ausgemacht: das Südliche Afrika, die Karibik und Südostasien.

Vereinigte Staaten – der Traum von der großen Freiheit


Doch zunächst in die USA: Ob in diesem Jahr wieder rund 2,5 Millionen Deutsche das Land der unbegrenzten Möglichkeiten besuchen, steht noch in den Sternen. Tatsache bleibt jedoch, dass alle Amerika-Veranstalter in den letzten Jahren ihre Programme und ihr Angebot erweitert haben. Zu den Klassikern gehört dabei der Besuch einer der drei Metropolen New York, Los Angeles oder San Francisco.

Rundreisen mit dem Wohnmobil bleiben ebenfalls beliebt. Neben der Route 66, deren Originalstraße nur noch zum Teil befahrbar ist, sind es vor allem die mehrwöchigen Überquerungen von Ost nach West – oder umgekehrt, die für USA-Urlauber reizvoll sind. Höhepunkte wie der Grand Canyon, das Death Valley, die Badlands und berühmte Nationalparks wie Yellowstone und Yosemite lassen sich je nach gewählter Route komfortabel abfahren. 

Und weil die Reiseveranstalter wissen, dass viele Deutsche nicht zum ersten Mal nach Amerika fliegen, sind die Rundreise-Programme so angelegt, dass selbst USA-Wiederholer Geschmack daran finden. Immer mehr rücken die unbekannteren USA-Ziele wie die Südstaaten und Alaska in den Blickpunkt.

Südliches Afrika – Comeback mit neuen Länderkombis


Eine Weile war es stiller um Südafrika und seine Nachbarländer geworden. Politik, Preissteigerungen und zuletzt die Angst vor Ebola (2014) schreckten Urlauber ab. Doch neuerdings stabilisieren sich in Südafrika und Namibia wieder die Gästezahlen. Das Land am Kap der Guten Hoffnung erwartet ein kräftiges Plus. Vor allem die Region um Kapstadt und der Krügerpark ziehen Besucher an. Das lässige Leben in der Stadt am Tafelberg und die Big Five (Löwe, Nashorn, Büffel, Elefant, Leopard) gehören unverändert zu Südafrikas Top-Attraktionen. Günstige Rundreisen vom Krügerpark bis Kapstadt eignen sich als ideale Reise für Einsteiger.

Zugleich bieten die Veranstalter immer öfter spannende Zwei-Länder-Kombis mit Südafrika an: zum Beispiel Botswana mit seinen noch nicht überlaufenen Naturreservaten. Dort ist der Chobe-Nationalpark mit einer der größten Elefantenpopulationen Afrikas zum Geheimtipp avanciert. Bekannter ist die Länder-Kombination mit Namibia und dem berühmten Etosha-Nationalpark bzw. einem Ausflug in die deutsche Kolonialgeschichte in Windhoek. Lesotho, das „Königreich im Himmel“, profiliert sich dagegen mit seiner bergigen Landschaft immer mehr als Wanderziel. Wer weniger auf Abenteuer und Aktivität steht, der bereist zuerst Südafrika auf einer klassischen Highlight-Rundreise und erholt sich anschließend an den Traumstränden von Mauritius.

Unsere Buchempfehlungen



Karibik – Schnell noch nach Kuba


Wenn es um Träume geht, dann träumt beinahe jeder zweite Deutsche von einem Urlaub in der Karibik. Hoch im Kurs steht Kuba. Seit Fidel Castros Bruder Raoul regiert, öffnet sich das Land langsam. Deswegen wollen viele Europäer den Inselstaat noch erleben, ehe er aus seinem wirtschaftlich erzwungenen Dornröschenschlaf erwachen wird. Bevor der nostalgische Charme abblättert wie jetzt noch die Farbe der Häuserfassaden in Havanna und bevor die pastellfarbenen Oldtimer alle gegen 0815-Autos ausgetauscht sind.

Zahlreiche Ferienflieger steuern aus Deutschland den Inselstaat an. Zugleich haben sich die Möglichkeiten, die Insel auf unterschiedlichste Weisen kennenzulernen, stark erweitert. Einmal quer durch das unberührte Inselinnere trekken oder mit dem Rad die schönsten Orte entdecken – derlei geführte Erlebnisreisen wären noch vor einer Dekade schwer zu buchen gewesen. Darüber hinaus versprechen Länder-Kombinationen mit Mexiko bzw. mit den Inseln der Großen Antillen Kulturgenuss auf Unesco-Niveau plus jede Menge Strand.

Neben Kuba genießt Mexiko mit der Halbinsel Yucatan das wachsende Interesse der Urlauber. Ausgangspunkt dafür ist in der Regel das Urlaubszentrum und Strandparadies Cancun. Wer nicht nur einen Badeurlaub genießen möchte, der bucht sich einen Mietwagen und entdeckt damit die Kultur der Mayas. Eine große Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten lässt sich in allen Preisklassen vorbuchen, unter anderem auf prächtigen Haciendas.

Ein echter Karibik-Hit sind Kreuzfahrten. Auf einem der großen Ozeanriesen zu reisen ist immer noch die bequemste Art, gleich mehrere Trauminseln kennenzulernen. Die großen Reedereien kombinieren jede Menge Strand, Sand und Sonne mit einem Schuss Maya-Kultur und steuern von Jamaika oder Kuba aus Belize und Cozumel (Mexiko) an, bevor sie die Grand Caymans und Antillen besuchen. Immer öfter stehen dabei auch Routen voller Gegensätze auf dem Programm. Ein spannendes Beispiel von vielen: Auf der Strecke New York - Karibik - Miami – Baltimore - New York erleben Passagiere Manhattans Wolkenkratzer, die perfekten Strände der Bahamas, Miamis Art-déco-Viertel und Washingtons Museumsmeile.

Südostasien – Boomregion Mekong


Alle fliegen auf Bangkok – das Drehkreuz für ganz Südostasien. Auf der Liste der beliebtesten Urlaubsländer in Asien stehen also weder China noch Indien vorn, sondern die Region von Bali bis Laos punktet. Dem Statistischen Bundesamt zufolge hoben 2016 fast eine halbe Million Fluggäste Richtung Bangkok oder Phuket ab. Ein sattes Viertel mehr als im Vorjahr. Viele von ihnen haben aber nur einen Teil davon an einem der thailändischen Strände verbracht. Vielmehr ist das Königreich oft das Sprungbrett, um von dort in die Nachbarländer auszuschwärmen. 

Besonders Myanmar erlebt seit seiner Öffnung und dem friedlichen Machtwechsel 2015 einen rasant anschwellenden Touristenstrom, dem die Infrastruktur noch nicht immer ganz gewachsen ist. Myanmar hat sich zum Dorado für Individualtouristen entwickelt. Für Reisende, die lieber organisiert unterwegs sind, empfehlen sich als Erstbesucher die Höhepunkt-Pauschalreisen der Anbieter. Für Wiederholer bieten sich Kombinationen mit Südchinas Provinz Yunnan an. Myanmars kulturelle Highlights lassen sich inzwischen auch mit einer Kreuzfahrt kombinieren. Die erste Woche bietet dabei jede Menge Besichtigungen, dann folgt eine zweite komfortable Woche an Bord Richtung Singapur mit Stopps auf Penang und Langkawi sowie in der Metropole Kuala Lumpur.


Laos, Kambodscha und Vietnam als Länder-Kombination stellen Veranstalter gerne unter ein bestimmtes Thema. Auf diese Weise können Teilnehmer den Spuren der Khmer-Kultur folgen, Indochinas koloniale Vergangenheit oder – auf komfortablen Flusskreuzfahrten – die Handelswege des über 4000 Kilometer langen Mekong-Flusses kennenlernen. Für Vietnam allein beschränkt sich das Angebot nicht mehr nur auf geführte Highlight-Rundreisen. Monothematische Touren wie auf den Spuren des Ho-Chi-Minh-Pfads oder Aktivreisen mit Rikscha und Rad stehen auf dem anspruchsvollen Angebotsmenü.

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USA - Westen

Über die Route 66 von Las Vegas bis nach San Francisco
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Kuba

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  • Inkl. Vollpension/All-Inclusive
  • Rabattierter Termin: 05.12.2018
Reisecode: R3K004
Termine: Dez 2018 - Apr 2019
14 Nächte, Verpflegung lt. Ausschreibung, Doppelzimmer, bei Belegung mit 2 Personen, inkl. Flug
p. P. ab 2.299 €
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