Thalia AIDA Crusies Titelbild berge und meer

Ein Kussmund auf Erfolgswelle

AIDA Cruises

Willkommen auf dem Kreuzfahrtschiff

Der deutsche Kreuzfahrtmarkt legt Jahr für Jahr deutlich zu und ist inzwischen weltweit die Nummer zwei. Hauptauslöser für diesen Boom war die Reederei AIDA Cruises, die mit ihrer Idee von der Erlebnis-Kreuzfahrt ohne Dresscode einen Volltreffer gelandet hat.

von Brigitte von Imhof


Thalia Geiranger Fjord berge und meer

Als die damalige First Lady Christiane Herzog 1996 die heutige AIDAcara taufte, konnten es selbst die größten Optimisten nicht ahnen: Mit Inbetriebnahme des ersten AIDA-Schiffs begann eine märchenhafte Erfolgsstory, die in der Geschichte der Kreuzfahrt einzigartig ist. Man hätte jeden für verrückt erklärt, der prognostiziert hätte, dass 20 Jahre später die AIDA-Flotte auf zwölf Schiffe gewachsen sein würde. Und dass sich der deutsche Kreuzfahrtmarkt hinter dem amerikanischen zum zweitgrößten Kreuzfahrtmarkt der Welt entwickeln würde – mit ca. zehn Prozent Wachstum pro Jahr.

Längst ist AIDA Cruises Deutschlands größte und bekannteste Kreuzfahrtreederei. Mit den beiden Kreuzfahrtschiffen AIDAprima (2016) und AIDAperla (2017) ist die Bettenzahl auf 25.136 angestiegen. Dazu kam 2018 die neue AIDAnova und 2019 wird die AIDAmira in See stechen.


Die Begeisterung der Deutschen für die Kreuzfahrt ist umso bemerkenswerter, als dieses Thema bis zur „Erfindung“ von AIDA in der Urlaubsplanung der Deutschen so gut wie keine Rolle spielte. Mitte der 1990er Jahre machten hierzulande gerade einmal 300.000 Urlauber Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Mit Kreuzfahrt assoziierte man alte Leute, Langeweile, steife Dinner und Kleidungszwang. Nicht einmal der TV-Serienhit „Das Traumschiff“ hatte die Menschen von der Wohnzimmercouch auf die Weltmeere zu locken vermocht. Doch dann kam „AIDA – das Clubschiff“ und alles wurde anders. Smoking und festliche Abendrobe konnten getrost zu Hause bleiben. Die starren Essenszeiten in zwei Sitzungen wurden aufgehoben, die Bord-Etikette wurde über Bord geworfen und machte einer lockeren Ungezwungenheit Platz. Die Idee vom schwimmenden Ferienclub hat funktioniert und wie ein Feuerwerk gezündet.

Plötzlich weckte der Urlaub auf hoher See große Begehrlichkeiten bei Jung und Alt. Mittlerweile ist die Zahl der Seereisenden hierzulande bei rund zwei Millionen angelangt, den Löwenanteil des Gästeaufkommens darf AIDA Cruises mit 823.000 Passagieren im Jahr 2015 für sich verbuchen. Einer Umfrage zufolge kennen rund 70 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren die Marke AIDA. Für Felix Eichhorn, Präsident der AIDA-Reederei, ist der Zenit trotzdem noch längst nicht erreicht: „Kreuzfahrten lösen nach wie vor eine Faszination aus. Bei den Cruise Days in Hamburg stehen Hunderttausende an den Landungsbrücken und schauen Schiffen hinterher. Im Kreuzfahrtgeschäft steckt noch viel Potenzial.“

Kreuzfahrten lösen nach wie vor eine Faszination aus. Bei den Cruise Days in Hamburg stehen Hunderttausende an den Landungsbrücken und schauen Schiffen hinterher.

Felix Eichhorn, Präsident der AIDA-Reederei

Eine Erfolgsstory beginnt

Die Geschichte von AIDA Cruises begann 1993, als die frühere DDR-Staatsreederei DSR (Deutsche Seereederei) privatisiert wurde. Die Reederei betrieb Frachter und das ehemalige Urlauberschiff „MS Arkona“, das später als „MS Astor“ dem westdeutschen Publikum auch als das ZDF-Traumschiff ins Wohnzimmer geliefert wurde. Drei Jahre nach der politischen Wende ging die Firma in den Besitz der Hamburger Kaufleute Nikolaus W. Schües und Horst Rahe über. Ihr Plan war, ein Funship-Konzept nach dem Vorbild der US-amerikanischen Carnival Cruise Line für den deutschen Markt umzusetzen. Ein „Clubschiff“ wurde in Auftrag gegeben, das 1996 unter dem Namen „AIDA“ (heute AIDAcara) seine Jungfernfahrt antreten konnte.
Thalia Aussenbereich berge und meer
Dass dieses Schiff anders war als alle anderen, konnte man auf den ersten Blick sehen. Denn den Bug zierte ein riesengroßer, feuerroter Kussmund – eine Kreation des Rostocker Künstlers Feliks Büttner und das sympathische Erkennungsmerkmal aller AIDA-Schiffe. (Auch das Dach des AIDA-Bürokomplexes im Rostocker Stadthafen zieren zwei Kussmünder).


Thalia AIDAprima Beach Club berge und meer

Doch nicht nur die Außenbemalung war neu. AIDA kam in jeder Hinsicht ganz anders daher als herkömmliche Kreuzfahrtschiffe. Kräftige, fröhliche Farben dominierten das Interieur. Es gab flexible Essenszeiten ohne Dresscode und ohne Captain’s Dinner. Das Sport- und Wellnessprogramm fand nicht in irgendwelchen Kabinen statt, sondern auf großzügigen, offenen Arealen. Und das Unterhaltungsprogramm überraschte mit einer Vielfalt und einer Qualität, wie man sie sonst nur von großen Showbühnen her kannte. Auch die Kabinen wiesen allen Komfort eines Vier-Sterne-Schiffs auf. Kein Wunder, dass bald ganz neue, jüngere Zielgruppen mit einer Kreuzfahrt liebäugelten: Pärchen waren dabei und Singles, Familien und Cliquen.

Auch die Bordsprache Deutsch hat sicher dazu beigetragen, Berührungsängste abzubauen. In den Anfängen wurden die Passagiere von den Besatzungsmitgliedern geduzt. Mittlerweile geschieht es nur noch, wenn der Passagier es wünscht.

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Deutschlands größte Kreuzfahrtreederei

In den über 20 Jahren ihres Bestehens hat es keine grundlegenden Veränderungen des Konzeptes gegeben. Die Flotte wurde größer, die einzelnen Schiffe auch. Die „kleinen Schiffe“ AIDAcara, AIDAvita und AIDAaura fahren mit maximal 1.400 Passagieren. Die Schiffe der darauffolgenden ersten Sphinx-Reihe (AIDAdiva, AIDAbella, AIDAluna) und der zweiten Sphinx-Reihe (AIDAblu, AIDAsol, AIDAmar, AIDAstella) sind schon deutlich größer und können jeweils rund 2.000 Passagiere aufnehmen. Die Schiffe AIDAprima und AIDAperla bedeuten für die Reederei einen erneuten Quantensprung: Zum einen erhöht sich die Passagierzahl auf 3.300 pro Schiff. Zum anderen wächst auf den neuen Schiffen die Vielfalt der Restaurants, Bars sowie der Freizeitangebote. Auch in puncto Kabinenausstattung sowie Digital- und Bühnentechnik des Entertainment-programms lassen die Zwillingsschiffe eine signifikante Weiterentwicklung erkennen.

Thalia Body and Soul Spa berge und meer

Stark verbessert wurden auf AIDAprima und AIDAperla die Umweltstandards: Erstmals werden Kreuzfahrtschiffe von einer Maschine angetrieben, die in den Häfen außer mit Schiffsdiesel auch mit Flüssigerdgas oder Landstrom versorgt werden kann. Rußpartikel, Stick- und Schwefeloxide werden durch Abgaskatalysatoren, Wäscher und Filtersysteme gebunden oder entfernt. Was der Passagier nicht sieht, ist die neuartige Technik unter Wasser, die den Rumpf der Schiffe über einen Teppich von Luftblasen gleiten lässt und so den Treibstoffverbrauch reduziert.

Das Schiff wird zum Reiseziel

Thalia Restaurant berge und meer
Zum Konzept von AIDA Cruises gehörte von Beginn an, dass nicht nur die Mahlzeiten, sondern auch viele Getränke im Reisepreis enthalten sind. Das gilt während der Öffnungszeiten der Bordrestaurants für Softdrinks, Tee und Kaffee, Tischwein und Bier. An den Bars sind Getränke zu bezahlen. Die Getränkepreise sind flottenweit auf allen AIDA-Schiffen gleich und gelten als moderat. Gäste haben auch die Möglichkeit, sogenannte Getränkepakete zu kaufen: Man lädt den Geldbetrag seiner Wahl auf die AIDA-Card und spart dabei bis zu 20 Prozent gegenüber den regulären Getränkepreisen.

Während andere Reedereien – darunter TUI Cruises, der größte Mitbewerber auf dem deutschen Markt – auf Themenkreuzfahrten setzen, gibt es bei AIDA Cruises keine Heavy Metal- oder Schlagerkreuzfahrten, weder Golf- noch Yoga-Kreuzfahrten. Jedoch sind regelmäßig prominente Künstler, Sportler oder Fitness-Experten an Bord, die diesen Touren eine besondere Note verleihen.

AIDA Cruises hat die Kreuzfahrt auch für Familien kompatibel gemacht. Es gibt Mehrbettkabinen und Kabinen mit Verbindungstür. Kinder bis 15 Jahren reisen zu bestimmten Saisonzeiten kostenfrei, an anderen Terminen zu ermäßigten Festpreisen.

Der AIDA Kids Club präsentiert sich Kindern ab drei Jahre als schwimmendes Abenteuerland mit eigenem Pool. Schatzsuche, Bordsafaris, Minidisco, Sport und Spiele stehen auf dem Tagesprogramm. Auch Teenager zwischen zwölf und 17 Jahre haben ihren eigenen Bereich mit altersgerechtem Action-Stundenplan.

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Thalia AIDAcara in Rio de Janeiro berge und meer
Die Fahrgebiete der AIDA-Flotte umspannen die weite Welt. Das westliche Mittelmeer mit seinen attraktiven Städten und Inseln ist von Frühjahr bis Herbst begehrt. Ähnliches gilt für die grünen Ziele in Nordeuropa, darunter Norwegen mit seinen Fjorden, der Schärenküste und dem Nordkap. Immer beliebter werden Routen mit Großbritannien und Irland, Grönland und Island. Von Kiel und Travemünde starten auch die viertägigen Schnupperkreuzfahrten, auf denen gerne gefeiert wird. Die Ostsee-Routen punkten mit spannenden Städten und den Kulturlandschaften des Baltikums. Orient-Kreuzfahrten bieten eine gute Gelegenheit, die Scheichtümer am Persischen Golf unter die Lupe zu nehmen.

Die Wüstenregionen warten in den Wintermonaten mit idealem Sommerwetter auf. Die Kanaren gehören zu den ganzjährigen Bestsellern. Bei einwöchigen Kreuzfahrten lernen die Gäste die überraschende Vielfalt dieser Inselgruppe im Atlantik kennen. In der Karibik fädeln die AIDA-Schiffe die reizvollsten Inseln der Kleinen und Großen Antillen auf, auch Mexiko und Florida werden angelaufen. Die Highlights Südostasiens lassen sich bei 14-tägigen Törns ab und bis Bangkok erkunden.

Atlantiküberquerungen haben ihren besonderen Reiz, vor allen in Richtung Westen, wo es auf dem Weg in die Karibik immer wärmer wird. Man ist mindestens fünf Tage am Stück auf See, was viele Passagiere als besonders erholsam empfinden. Auch auf der Transsuez-Reise durch den Suezkanal ist man vier Tage lang nur auf dem Schiff.

Die Erfolgsstory von AIDA Cruises ist also noch nicht zu Ende erzählt. Auf dem deutschen Kreuzfahrtmarkt scheint der Boom ungebrochen, von AIDA Cruises werden neue Zielgruppen anvisiert. Und für die Fans der traditionellen Seereisen, für die der Frack ins Gepäck gehört und das Captain’s Dinner das Highlight der Reise darstellt, gibt es ja weiter die vielen anderen Kreuzfahrtreedereien.

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