Titelbild Kapstadt berge und meer

Faszination Afrika

Erst Löwe, dann Liegestuhl

Safari und vieles mehr

Der Schwarze Kontinent bezaubert nicht nur mit wilden Tieren, sondern bietet auch packende Geschichte, exotische Landschaften und paradiesische Strände. Zu Gast auf einem verblüffend abwechslungsreichen Erdteil.

Von Marco Wehr


Thalia Blyde River Canyon berge und meer
Aug' in Aug' mit Löwe, Nashorn und Elefant: Das ist Afrika - jener exotische Kontinent, in dem all die Tiere wild herumlaufen, die man sonst nur aus dem Fernsehen oder Zoo kennt. Wer im Urlaub Nilpferde, Büffel und Leoparden ohne Zaun und Käfig erleben will, den ziehen die berühmten Nationalparks zwischen Kenia und Kap magisch an. Doch Afrika ist viel mehr als nur Safari. Immer wieder steht der Reisende staunend vor Zeugnissen der Wiege der Menschheit. Uralte Zivilisationen und packende Geschichte mischen sich mit Lebensfreude und Hoffnung auf ein besseres Morgen. Wer sich darauf einlässt, den erwarten unvergessliche Begegnungen voller Herzlichkeit und Freude. Hundert Prozent im Reisetrend ist schließlich die Reisekombination aus Entdecken und Entspannen. Immer mehr Afrika-Urlauber beenden ihre Rundreise mit einem Badeaufenthalt. Die Auswahl ist riesig; denn der Kontinent hat Strände zum Niederknien.

Die Arche Noah der Welt

Doch zunächst heißt es Bühne frei für das große Spektakel der Tiere. Elefanten trompeten, Rhinos wetzen ihren archaischen Hintern an Affenbrotbäumen, ein Leopard räkelt sich im Geäst. Solche Erlebnisse machen eine Afrika-Reise unvergesslich. Zwei Namen ragen aus der unendlichen Zahl der Wildschutzgebiete heraus: Es sind die Serengeti und der Krüger-Nationalpark. Beide wecken gerade bei deutschen Urlaubern eine Sehnsucht nach ursprünglicher, wilder Natur. Sie beflügeln die Fantasie und prägen das Bild von Afrika aus unzähligen Büchern und Filmen. Und dieses große Versprechen hält das Duo mit Leichtigkeit. "Endloses Land" bedeutet der Name Serengeti übersetzt in der Sprache der Massai.

Thalia Krueger Nationalpark berge und meer
Und treffender kann man die weiten Savannen und spärlich bewaldeten Hügel nicht beschreiben. Herden von Antilopen und Zebras tummeln sich dort unbeschwert. Elefantenfamilien traben gemütlich zur nächsten Wasserstelle, wissend, dass Ihnen als mächtige Dickhäuter kein Tier etwas anhaben kann. Die spärliche Vegetation der Serengeti hat für Naturentdecker auf Pirschfahrt einen großen Vorteil: Es gibt kein langes Umherfahren auf der Suche nach dem nächsten Motiv, denn den Tieren bieten sich kaum Versteckmöglichkeiten.


Thalia Namibwueste berge und meer

Landschaftlicher Höhepunkt in Ostafrika ist der mächtige Ngorongoro-Krater. Mit seinen bis zu 600 Meter hohen Wänden umschließt der zusammengebrochene Vulkanberg eine unglaublich artenreiche Landschaft von mehr als 260 Quadratkilometern Fläche. Gewaltige Tierherden wandern durch den isoliert gelegenen Kessel und bescheren ihm die größte Raubtierdichte ganz Afrikas. Gazellen, Antilopen, Büffel und Gnus bilden ein reichhaltiges Buffet für Löwen, Hyänen und Leoparden. Selbst das vom Aussterben bedrohte Spitzmaulnashorn hat im erloschenen Vulkan ein sicheres Refugium gefunden. Mehr als 2.000 Kilometer weiter südlich im südafrikanischen Lowveld erstreckt sich ein weiterer Weltklasse-Nationalpark.

Das Schutzgebiet trägt den Namen des knorrigen Buren-Präsidenten Paul Krüger aus dem 19. Jahrhundert. In einem der größten Reservate des Kontinents sind natürlich die Big Five zu Hause: Elefant und Spitzmaulnashorn, Büffel, Löwe und Leopard. Jeder, der auf Safari geht, will sie am Ende alle gesehen haben. An den Ufern des Sabie River ruhen zudem Krokodile scheinbar regungslos in der prallen Sonne, bis sie plötzlich mit ihren kurzen, aber kräftigen Beinen losrennen und ein arglos trinkendes Zebra reißen.

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Fesselnde Szenen an der Wasserstelle

Solche authentischen Naturerlebnisse beobachtet der Reisende staunend aus dem sicheren Fahrzeug und in Begleitung eines erfahrenen Tourguides. Der weiß die Zusammenhänge in diesem komplexen Ökosystem ebenso anschaulich zu erklären wie die Kollegen in Botswanas Okavango-Delta, die in kleinen Booten und Einbäumen flink die Besucher zu den entlegensten Armen und Zweigen des Fluss-Systems führen.

In Namibias Etosha-Nationalpark ist der Durst die Hauptantriebsfeder der Tiere. In der Trockenzeit zwischen Mai und September sind die Gräser und Büsche in den Savannen rund um die riesige Salzpfanne Etosha im Norden des Landes vertrocknet und geben die Sicht auf eine vielfältige Fauna frei.

Botswana Okavango Delta berge und meer

Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden sowie zahlreiche Antilopenarten, dazu Vögel in riesigen Schwärmen und viele mehr drängen sich dann gemeinsam um die geschrumpften Wasserlöcher. Fesselnde Szenen spielen sich vor den Augen der Zuschauer ab, wenn die Tiere jede Scheu voreinander verlieren, um gierig vom lebenswichtigen Nass zu trinken.

Thalia Namibia aa berge und meer

Zeigen sich gerade einmal keine Tiere, dann geht die Fahrt im klimatisierten Bus durch die Savanne weiter – vielleicht spaziert schon nach wenigen Minuten eine Hyänenmutter mit ihrem Jungen geruhsam über die Piste.Hinter der nächsten Kurve könnte eine Giraffe warten, die neugierig ihren Kopf zur Windschutzscheibe neigt und die Wageninsassen unbefangen beäugt.

Doch nicht nur Etosha lockt traditionell viele Besucher in die einstige deutsche Kolonie Namibia. Das Land besitzt eine gute Infrastruktur. Und die ermöglicht eine unvergessliche Reise durch Wüsten und entlang der Atlantikküste. Über den Oranje River ist es zudem nur ein Sprung nach Südafrika. Kapstadt und die traumhafte Garden-Route sind immer einen Besuch wert.

Deutsche Farbtupfer in Namibia

Aber zunächst gilt es, Namibia zu entdecken: In der beschaulichen Hauptstadt Windhoek fällt die deutsche Vergangenheit ins Auge. Die deutschen Bäckereien, Geschäfte und Lokale rund um die Independence Avenue wirken auf den Besucher wie ein charmanter Anachronismus aus einer vergangenen Epoche. Keine Hauptstadt Afrikas wirkt derart vertraut europäisch. Auf manchen Straßenschildern stehen sogar noch deutsche Namen, das Wahrzeichen Windhoeks ist noch heute die lutherische Christuskirche. Das prächtige Gotteshaus mit seiner Backsteinfassade wirkt wie gerade eben aus Norddeutschland ans andere Ende der Welt verpflanzt.

Windhoeks erfrischende Schwester Swakopmund war einmal Deutschlands südlichstes Seebad. Das charmante Städtchen mit seinen Stränden und der beständigen Brise liegt eingebettet zwischen dem kalten Atlantik im Westen, der Mündung des oft ausgetrockneten Swakop River und den heißen Sanddünen der Namib. Mit den liebevoll restaurierten Jugendstil-Häusern, einer Seebrücke, dem weiß-roten Leuchtturm, dem Hohenzollernhaus und den deutschen Straßennamen wirkt die Stadt wie ein Nordseebad mit Palmen.

Deutlich tropischer ist das Klima in den Regenwäldern von Uganda. Für Winston Churchill, Großbritanniens weitgereisten Premierminister, war Uganda wegen seiner Schönheit schlicht die „Perle Afrikas“. Und auch in anderer Hinsicht ist das noch sehr ursprüngliche Land am Viktoria-See für einen Superlativ berühmt. Nirgends gibt es mehr Affenarten, denen man als Besucher im Rahmen von Trekking-Touren buchstäblich über die Schulter schauen kann. Seien es die Schimpansen im Kibale Forest National Park oder die Berggorillas im undurchdringlichen Bwindi Impenetrable National Park: Unseren nächsten Verwandten dezent aus der Nähe in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, berührt einfach das Herz.
Thalia Uganda Bwindi Impenetrable Nationalpark berge und meer

Afrika - Die Wiege der Menschheit

Aber Afrika nur auf Flora und Fauna zu reduzieren, wird dem gewaltigen Kontinent nicht gerecht. Schließlich steht hier – angeblich auf den Hochebenen Äthiopiens – die Wiege der Menschheit. Im Nationalmuseum der Hauptstadt Addis Abeba sind die Fossilien unserer Vorfahrin, der Australopithecus-Dame Lucy, ausgestellt. Anthropologen schätzen ihr Alter auf über 3,2 Millionen Jahre. Ihre Knochen fand man bei Ausgrabungen im abgelegenen Afar-Dreieck. Bei der Namensgebung standen übrigens die Beatles Pate. Die Wissenschaftler ließen sich bei der Taufe vom Song "Lucy in the Sky with Diamonds" inspirieren.

Überall in Afrika erweitern authentische Begegnungen mit uralten Stammeskulturen den Horizont. Aber nirgendwo auf der Welt pflegen die Menschen so intensiv ihren Ahnenkult wie auf Madagaskar. Auf der riesigen Insel vor der Ostküste des Kontinents ist der Glaube an Geister allgegenwärtig. Reisende spüren diese tiefe Frömmigkeit auf Schritt und Tritt. Kaum ein Madagasse, der nicht von unglaublichen Geschichten und Legenden zu berichten weiß, die selbst rationale Gemüter verblüffen.

Thalia Simbabwe Victoriafaelle berge und meer
Tiefe Einblicke in die Traditionen und Mythen der Buschmänner, der letzten Jäger und Sammler des Kontinents, lassen sich in Botswana und Namibia gewinnen. Rätselhaft bleibt die Sprache der südafrikanischen Xhosa mit ihren Klicklauten. Auch das Volk der Mursi in Äthiopien gibt Anlass zum Staunen. Die Frauen tragen dort, im Süden Äthiopiens, Holz- oder Tonteller in Ohrläppchen sowie Unterlippen. Je größer der Teller, desto attraktiver wirken die Frauen auf die Mursi-Männer. Aber nicht nur Frauen tragen begeistert auffälligen Körperschmuck. Schmucknarben und bunte Malereien findet man bei beiden Geschlechtern.
Ganz egal, wo man zwischen Äthiopien und Südafrika der Faszination Afrikas erliegt: Eine organisierte Rundreise ist der beste Weg, sich diesem exotisch-schönen Kontinent zu nähern und ihn zu verstehen. So reist man individuell und abseits ausgetre­tener Pfade, ohne auf Erholung und Komfort verzichten zu müssen.

Von glamourös bis sportlich: Strandleben für jeden Geschmack

Auf das Entdecken folgt die Entspannung: Selbst schuld, wer seine Erlebnisreise auf dem Kontinent der Vielfalt nicht mit einer Badewoche abschließt. Zahlreiche exotische Strände laden ein, die Vielfalt afrikanischer Wasserwelten ist groß.

Eindeutig zu den besten Strandregionen gehören die hippen Beaches von Clifton, wo sich Kapstadts Reiche und Schöne auf dem Surfbrett versuchen. Die schneeweißen Bilderbuchstrände entlang der Nordküste von Mauritius mit ihren Kokosnuss-Palmen erhob einst schon Schriftsteller Mark Twain literarisch zum Paradies. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Egal wohin man blickt: Afrika hält Badefreuden für alle Sorten von Wasserratten bereit. Kenias immer-warme Ozeanbadewanne am Tiwi Beach darf in dieser Aufzählung natürlich ebenso wenig fehlen wie der Pingwe Beach aus weißem Puderzuckersand auf der Insel Sansibar. Ähnlich traumhaft präsentiert sich der noch weitgehend vom Tourismus unberührte Malawisee. Kaum jemand taucht dort ohne Schnorchel ein. Es ist das artenreichste Süßwasser-Aquarium der Erde, welches zudem mit extrem klarem Wasser punktet, in dem sich unzählige Buntbarsche tummeln.

Brüderlich teilen sich Sambia und Simbabwe die Victoria Falls. Dort, wo die Wasser in die Tiefe stürzen, liegt einer der ungewöhnlichsten Badeplätze der Welt: der Devil's Pool.

Thalia Knysna berge und meer

Ebenfalls nichts für schwache Nerven ist Durbans Golden Mile: Beim Shark Cage Diving tauchen Wagemutige in einem Käfig geschützt hinab zu den gefürchteten Raubfischen. Wenn das kein passender Abschluss einer unvergesslichen Reise auf den Spuren wilder Tiere ist!

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